KI-Coding kann teurer werden als Entwicklergehälter. Wie t3n bekannt gab, drohen Firmen bis 2028 steigende Token-Kosten und unberechenbare Lizenzausgaben.

Für Firmen kippt die Kalkulation damit an einer empfindlichen Stelle: Aus dem versprochenen Produktivitätsschub kann ein neuer Kostentreiber werden. Laut der von t3n zitierten Gartner-Prognose könnten die Ausgaben für KI-gestützte Programmierung bis 2028 im Schnitt sogar über dem Gehalt eines Entwicklers liegen.

Wenn jede Nutzung Geld kostet, wird Kontrolle zur Pflicht

Der Hintergrund ist simpel und zugleich brisant: Große Sprachmodelle verbrauchen bei intensiver Nutzung immer mehr Tokens, während viele Anbieter auf verbrauchsabhängige Preismodelle umstellen. Dadurch schwanken die Kosten stärker als bei klassischen Softwarelizenzen, und die Planbarkeit leidet.

Hinzu kommt ein Verhaltenseffekt, den t3n beschreibt: Wenn Nutzung gemessen und belohnt wird, steigt der Druck, KI-Tools breit einzusetzen. Laut dem Bericht berichten Unternehmen bereits von Fällen, in denen Mitarbeiter den Token-Verbrauch sogar künstlich erhöhen. Das macht interne Steuerung und Kostenkontrolle noch wichtiger.

Vom Produktivitätstool zum Budgetrisiko

Die t3n weist darauf hin, dass viele Unternehmen die finanziellen Folgen von KI-Coding-Agenten unterschätzen. Gartner-Analyst Nitish Tyagi warnt demnach vor dem schnellen Sprung von der Testphase in den breiten Einsatz, ohne den steigenden Token-Verbrauch sauber einzuplanen.

Besonders heikel wird das dort, wo KI-Tools nicht nur punktuell, sondern zum Standard in der Entwicklung werden. Dann können aus einzelnen Nutzungsentscheidungen schnell Budgeteffekte entstehen, die in der IT-Planung bislang oft nicht abgebildet sind.

Unterm Strich verschiebt sich die Debatte damit von der Frage nach der Leistungsfähigkeit der Tools hin zur Frage nach ihrer Wirtschaftlichkeit. Wer KI in der Entwicklung skaliert, braucht nicht nur Strategie, sondern ein belastbares Kostenregime.

Quelle: t3n