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Tegernsee (ots)
Lissi erhält 3,5 Millionen Euro für EUDI-Wallet-Anbindungen im Finanzsektor – das könnte Banken und Mittelständlern die Integration digitaler Identitäten erleichtern.
Frankfurt am Main. Wie aus einer Pressemitteilung von dpa Presseportal (ots) hervorgeht, hat die Lissi GmbH eine Finanzierungsrunde über 3,5 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird sie von Ventech, beteiligt sind zudem die BM H Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen sowie die Bestandsinvestoren main incubator (Commerzbank Gruppe) und Ninepointfive Ventures. Für Geschäftsführer relevant ist vor allem der Fokus auf regulierte Branchen: Lissi will EUDI-Wallet-Anbindungen für Finanzinstitute einfacher in bestehende Systeme integrieren und so den Umgang mit digitalen Identitäten beschleunigen.
Das Timing ist bemerkenswert. Laut der Mitteilung steigt mit der EU-Geldwäscheverordnung AMLR, die am 10. Juli 2027 in Kraft treten soll, der Druck auf Banken und andere Finanzdienstleister, belastbare digitale Identitätslösungen bereitzustellen. Lissi positioniert sich dabei als europäische, unabhängige Plattform für die Integration von EUDI Wallets. Nach Angaben des Unternehmens stammen bereits 90 Prozent der Kunden aus dem Finanzsektor, darunter Banken, Versicherer und Zahlungsdienstleister.
Neues SDK soll die Einbindung in Banking-Apps vereinfachen
Besonders im Blick behalten dürfte die Zielgruppe ein neues Software Development Kit, das Lissi nach eigenen Angaben in seine Wallet Connector Suite integriert. Damit sollen Finanzinstitute Identity-Wallet-Funktionen direkt in bestehende mobile Anwendungen einbetten können. Für Entscheider im Mittelstand, die selbst digital ausrollen oder mit regulierten Partnern arbeiten, ist das relevant, weil Integrationsaufwand, Compliance und Nutzerfreundlichkeit oft über die Geschwindigkeit von Projekten entscheiden.
Helge Michael, CEO von Lissi, stellt in der Mitteilung die Kontrolle über Kundendaten und die Kompatibilität mit bestehenden IT-Landschaften in den Vordergrund. Das ist zunächst die Unternehmenssicht, nicht die eines neutralen Marktgutachters. Aus betriebswirtschaftlicher Perspektive liegt der Nutzen einer solchen Lösung vor allem in der Standardisierung: Wenn digitale Identitätsprozesse interoperabel und eIDAS-konform funktionieren, sinken theoretisch Reibungsverluste bei KYC, SCA und ähnlichen Abläufen.
Europäische Souveränität statt Einzellösung
Auch die Investoren deuten die Runde strategisch. Ventech und BM H sprechen in der Mitteilung von digitaler Souveränität und von einer Infrastruktur für regulierte Branchen. Dass Lissi Investoren aus Deutschland, Frankreich und Belgien an Bord hat, unterstreicht den paneuropäischen Anspruch. Für Unternehmen mit europäischem Geschäft kann das attraktiv sein, weil sie sich nicht auf einzelne nationale Insellösungen festlegen müssen.
Lissi verweist zudem auf seine Rolle in europäischen Projekten wie IDunion, EWC, POTENTIAL und WE BUILD. Das Unternehmen betont selbst, an mehr als 30 Organisationen in zehn Mitgliedstaaten angebunden zu sein. Solche Verweise sind Teil der Selbstdarstellung der Firma, sie zeigen aber auch, dass Interoperabilität in diesem Markt kein Zukunftsthema mehr ist, sondern bereits in mehreren Pilot- und Umsetzungsprojekten verankert wurde.
Unterm Strich sendet die Finanzierung ein klares Signal: Wer digitale Identitäten im Finanzumfeld künftig sauber, sicher und grenzüberschreitend einsetzen will, braucht belastbare Infrastruktur. Lissi will sich genau dort als europäische Lösung positionieren. Für Geschäftsführer und Manager ist das vor allem deshalb relevant, weil sich hier ein Baustein für effizientere Compliance-Prozesse und neue digitale Geschäftsmodelle abzeichnet.
Quelle: Unabhängigkeit für Europas Finanzsektor: Lissi GmbH sichert sich 3,5 Millionen Euro unter der Führung von Ventech für die europäische, AMLR-konforme EUDI-Wallet-Integration – Pressemitteilung auf presseportal.de
Bild: KI-generiertes Symbolbild