Immer mehr Mittelständler geben auf: Laut Datev liegt die Quote von Betriebsaufgaben und Verlagerungen inzwischen bei 2,43 Prozent. Für Geschäftsführer wächst damit der Druck durch Kosten, Nachfrage, Bürokratie und fehlende Nachfolge.

Wie die Datev eG, Nürnberg bekannt gab, nimmt der Rückzug mittelständischer Unternehmen aus dem Markt zu. Die Quote geplanter und ungeplanter Geschäftsaufgaben sowie Verlagerungen ins Ausland stieg nach einer Umfrage unter Steuerberatungskanzleien von 1,62 Prozent im Herbst 2024 auf 2,43 Prozent.

Zum Vergleich: Die auf Basis des Statistischen Unternehmensregisters berechnete Insolvenzquote lag im gleichen Zeitraum bei 0,67 Prozent. Die Entwicklung zeigt damit nicht nur Insolvenzen, sondern einen breiteren Rückzug aus dem Geschäft, der auch geplante Betriebsaufgaben umfasst.

Kosten, Nachfolgeprobleme und schwache Nachfrage treiben den Rückzug

DATEV-CEO Robert Mayr spricht von einem „schleichenden Rückzug“ des Mittelstands. Als Treiber nennt er hohe Kosten, schwache Nachfrage, erdrückende Bürokratie und fehlende Nachfolgelösungen. Besonders deutlich fällt der Anstieg bei geplanten Betriebsaufgaben aus: Sie legten gegenüber dem Vorjahr um 56 Prozent zu und erreichten 1,51 Prozent.

Ungeplante Geschäftsaufgaben betreffen aktuell 0,73 Prozent der Mandate, nach 0,54 Prozent im Jahr 2024. Auslandsverlagerungen wurden für 0,18 Prozent genannt, nach 0,12 Prozent im Vorjahr.

Was hinter den Schließungen steckt

Bei geplanten Aufgaben stehen vor allem persönliche Gründe im Vordergrund: Krankheit, berufliche Neuorientierung oder der Renteneintritt ohne Nachfolgelösung. An dritter Stelle folgt die mangelnde Rentabilität, die in der Befragung häufiger genannt wurde als im Herbst 2024.

Bei ungeplanten Aufgaben dominieren laut Datev Liquiditätsengpässe und fehlende Rentabilität. Verlagerungen ins Ausland hängen vor allem mit wirtschaftlichen Gründen, persönlichen Motiven sowie Problemen mit neuen rechtlichen und regulatorischen Anforderungen zusammen.

Die Datev eG verweist auf eine Umfrage unter Steuerberatungskanzleien. Für Mittelständler ist das ein Warnsignal: Wer Kosten, Nachfolge und Ertragslage nicht früh genug stabilisiert, gerät schneller in eine Aufgabensituation als in eine klassische Insolvenz.

Quelle: Datev eG, Nürnberg
Bild: KI-generiertes Symbolbild