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Das meldete die Tagesschau: Trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg sind die deutschen Exporte im Mai den vierten Monat in Folge gestiegen. Vor allem das Geschäft mit den USA zog kräftig an und nährt neue Hoffnung für die schwächelnde Konjunktur.
Wie aus einer Pressemitteilung von Tagesschau hervorgeht, legten die Ausfuhren kalender- und saisonbereinigt um 0,9 Prozent auf 137,9 Milliarden Euro zu. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 entspricht das sogar einem Plus von 6,1 Prozent. Ökonomen hatten im Schnitt mit einem leichten Rückgang gerechnet – umso größer ist nun die Aufmerksamkeit für die Entwicklung im Außenhandel.
Besonders dynamisch entwickelte sich das US-Geschäft. Dorthin exportierte Deutschland Waren im Wert von 14,1 Milliarden Euro, fast ein Viertel mehr als im April. Auch China legte zu, während die Ausfuhren in die EU-Staaten zurückgingen. Das unterstreicht: Die Erholung kommt derzeit vor allem von außerhalb Europas, während das wichtige Nachbargeschäft weiter schwächelt.
USA treiben die Ausfuhren – Europa bremst
Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft ist das eine bemerkenswerte Verschiebung. Laut Tagesschau ging fast ein Viertel der gesamten Ausfuhren in die USA, dort lag das Plus im Jahresvergleich bei gut 15 Prozent. Chefvolkswirt Alexander Krüger von ABN Amro Deutschland verweist darauf, dass die US-Wirtschaft weiter robust laufe. Das helfe den deutschen Exporteuren kurzfristig, sagt er – eine Garantie für eine dauerhafte Trendwende sei das aber nicht.
Vielmehr bleibt das transatlantische Geschäft von politischen Risiken belastet. Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank verweist laut Tagesschau auf höhere Handelshemmnisse durch Trumps Zölle und darauf, dass viele Unternehmen ihre Produktion direkt in die USA verlagern. Für Deutschland bedeutet das: Selbst wenn die Nachfrage hoch bleibt, könnte das Exportvolumen über den Atlantik langfristig geringer ausfallen als bisher.
Schwächer verlief im Mai das Geschäft mit den EU-Staaten. Dort sanken die Ausfuhren auf 78,3 Milliarden Euro, ein Minus von 1,1 Prozent gegenüber dem April. Das ist für die deutsche Wirtschaft besonders relevant, weil Europa traditionell der wichtigste Absatzmarkt bleibt. Gerade dort zeigt sich, wie fragil die Lage in der Industrie und im Handel weiterhin ist.
Konjunkturhoffnung trotz neuer Risiken
Auch unter dem Strich fiel die Außenhandelsbilanz im Mai deutlich positiv aus: Mit Importen von 118,8 Milliarden Euro ergab sich ein Überschuss von 19,1 Milliarden Euro, nach 14,7 Milliarden Euro im April. Zusammen mit gestiegenen Einzelhandelsumsätzen, höheren Industrieaufträgen und einer zunehmenden Produktion spricht das für einen überraschend kräftigen Monat. Selbst ein kleiner Rückschlag im Juni könnte laut Gitzel noch für ein leichtes Wachstum im zweiten Quartal reichen.
Doch die Risiken bleiben erheblich. Nach den erneuten Angriffen im Iran und dem Ende des vorläufigen Waffenstillstands sind die Ölpreise gestiegen, was Transportkosten und Energiepreise anheizt. Genau das trifft eine Exportnation wie Deutschland besonders hart. Die Wirtschaftsweisen rechnen für das Jahr nur mit einem Mini-Wachstum von 0,5 Prozent, viele Ökonomen erwarten für 2026 ebenfalls nur ein halbes Prozent Plus. Der jüngste Aufschwung ist damit eher ein Hoffnungsschimmer als die endgültige Wende.
Unterm Strich zeigt der Mai vor allem eines: Die deutsche Wirtschaft ist widerstandsfähiger, als viele nach den geopolitischen Schocks befürchtet hatten. Doch von Entwarnung kann keine Rede sein. Wenn die Exporte weiter wachsen sollen, braucht es mehr als starke Zahlen aus den USA – nämlich stabile Rahmenbedingungen, sinkenden Kostendruck und Planungssicherheit für Unternehmen.
Quelle: Tagesschau
Bild: KI-generiertes Symbolbild