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57 Prozent der Betriebe verlangen bei Einstellungen mindestens B2-Deutsch. Besonders in Finanz-, Sozial- und Bildungsberufen zählt das Sprachniveau.
Mehr als die Hälfte der Betriebe setzt nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bei der zuletzt ausgeschriebenen Stelle mindestens Sprachkenntnisse auf B2-Niveau voraus. Am höchsten sind die Anforderungen im Wirtschaftsbereich „Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“: Dort verlangen 79 Prozent der Betriebe B2, gefolgt von „Erziehung und Unterricht“ mit 76 Prozent sowie dem „Gesundheits- und Sozialwesen“ mit 74 Prozent.
Deutlich niedriger liegen die Hürden im „Verkehr und Lagerei“ mit 37 Prozent und im Gastgewerbe mit 30 Prozent. Die IAB-Studie stützt sich auf die Stellenerhebung; im zweiten Quartal 2025 wurden 9.549 Betriebe befragt.
Größere Betriebe zeigen etwas mehr Flexibilität
Auch die Betriebsgröße spielt eine Rolle. Bei Unternehmen mit 250 Beschäftigten oder mehr verlangen laut IAB 26 Prozent generell mindestens B2, bei Kleinstbetrieben mit weniger als zehn Beschäftigten sind es 54 Prozent.
Gleichzeitig sinkt mit wachsender Betriebsgröße der Anteil jener Unternehmen, für die Deutschkenntnisse bei der Einstellung keine entscheidende Rolle spielen. Unter den Großbetrieben liegt dieser Wert bei vier Prozent, bei Kleinstbetrieben bei rund acht Prozent.
Aus Sicht des IAB sind die Spielräume größerer Betriebe zwar etwas breiter, zugleich aber stark vom konkreten Stellenprofil abhängig. Das Institut verweist außerdem darauf, dass zwölf Prozent der Betriebe Personen mit geringeren Sprachkenntnissen einstellen würden, wenn die Tätigkeit das zulässt.
Kursbesuch und Lernen im Job als Einstiegsweg
Weitere 15 Prozent der Betriebe würden Bewerberinnen und Bewerber einstellen, wenn diese aktiv an Deutschkursen teilnehmen. IAB-Forscher Sekou Keita sagt, Betriebe könnten so zur Arbeitsmarktintegration beitragen, indem Beschäftigte ihre Kenntnisse während der Arbeit ausbauen.
Für Unternehmen entsteht damit ein klarer Befund aus der Erhebung: Sprachkompetenz ist in vielen Einstellungsprozessen ein harter Filter, wird aber nicht überall gleich streng angewandt. Besonders dort, wo der Kontakt zu Kunden, Patienten oder Schülern zum Kerngeschäft gehört, liegt die Latte laut IAB hoch.
Der IAB-Kurzbericht ist unter https://doku.iab.de/kurzber/2026/kb2026-07.pdf abrufbar.
Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
Bild: KI-generiertes Symbolbild