Umsätze sinken, Löhne steigen, Beschäftigung stagniert: Der DATEV-Mittelstandsindex zeigt weiter Druck auf KMU. Für viele Betriebe bleibt die Kostenseite die größte Baustelle.

Wie die Datev eG, Nürnberg bekannt gab, gerät der deutsche Mittelstand weiter unter Druck: Im September sank der Umsatzindex im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent auf 91,6 Punkte. Zugleich legte der Lohnindex um 3,7 Prozent auf 114,9 Punkte zu, während der Beschäftigungsindex bei 101,8 Punkten stagnierte.

Umsatz unter Druck, Kosten bleiben hoch

Besonders schwach entwickelte sich das Gastgewerbe mit minus 5,8 Prozent. Auch Handel und Bauhauptgewerbe verzeichneten Rückgänge von 1,3 beziehungsweise 1,4 Prozent. Im Verarbeitenden Gewerbe gab es dagegen ein Plus von 1,4 Prozent.

Die Löhne und Gehälter stiegen laut Datev eG über alle Branchen, Bundesländer und Unternehmensgrößen hinweg. Damit bleibt der Druck auf die Margen vieler Betriebe hoch, vor allem dort, wo Umsatz und Preisgestaltung nicht Schritt halten.

Kleinstunternehmen bauen weiter ab

Der Beschäftigungsindex liegt seit April 2025 auf nahezu unverändertem Niveau. Die Datev eG weist zugleich darauf hin, dass Kleinst- und kleine Unternehmen weiterhin Beschäftigung abbauen. Damit bleibt die Lage im Mittelstand uneinheitlich: Stabilisierung auf der einen, Personalabbau auf der anderen Seite.

DATEV-CEO Prof. Dr. Robert Mayr sieht den Mittelstandsindex als frühen Konjunkturindikator etabliert. Aus seiner Sicht zeigt die Entwicklung, dass der Mittelstand empfindlicher auf externe Einflüsse reagiert als die Gesamtwirtschaft und bei der Umsatzentwicklung seit 2022 an Boden gegenüber Großunternehmen verliert.

Der Blick auf die Datenreihen seit 2018 zeigt zudem, wie stark der Mittelstand zuletzt belastet wurde: erst Pandemie, dann Energiepreise und Inflation. Für viele kleine Betriebe ist die Kombination aus schwachen Erlösen, steigenden Lohnkosten und begrenzten Reserven weiter eine harte Belastungsprobe.

Unterm Strich signalisiert der aktuelle DATEV-Mittelstandsindex keine Entwarnung. Wer im Mittelstand führt, muss weiter mit schwacher Nachfrage, steigenden Personalkosten und spürbarem Ertragsdruck kalkulieren.

Quelle: Datev eG, Nürnberg
Bild: KI-generiertes Symbolbild