Gastgewerbe bleibt im Sommer unter Druck: Umsätze sinken, Beschäftigung ebenfalls. Datev sieht für Mittelständler weiter keine echte Trendwende.

Die wirtschaftliche Schwäche im Mittelstand setzt sich fort. Wie die Datev eG, Nürnberg bekannt gab, sanken die Umsätze der kleinen und mittleren Unternehmen im Juli im Vorjahresvergleich um 1,7 Prozent auf 91,9 Punkte.

Gastgewerbe ohne Sommerbelebung

Besonders deutlich trifft es das Gastgewerbe: Dort gingen die Umsätze um 4,0 Prozent zurück, obwohl die Sommermonate üblicherweise für mehr Nachfrage sorgen. Die Datev eG verweist darauf, dass die übliche Dynamik aus Wetter, Mobilität, Tourismus und Freizeitaktivitäten bislang ausbleibt.

Auch im Verarbeitenden Gewerbe verschlechterte sich die Lage weiter. Dort lagen die Umsätze 2,8 Prozent unter dem Vorjahresmonat, im Bauhauptgewerbe betrug das Minus 2,0 Prozent. Lediglich im Handel zeigte sich mit plus 0,1 Prozent eine nahezu stabile Entwicklung.

Löhne steigen, Beschäftigung sinkt

Gleichzeitig klettern die Löhne weiter deutlich. Der Lohnindex legte im Juli um 4,0 Prozent auf 115,3 Punkte zu. Nach Angaben der Datev steigt das Lohn- und Gehaltswachstum damit weiterhin stärker als die allgemeine Preisentwicklung.

Am Arbeitsmarkt zeigt sich dagegen ein Rückgang: Der Beschäftigungsindex fiel saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent auf 101,6 Punkte. Während mittlere Unternehmen ihre Belegschaften noch ausbauen konnten, bauten Kleinst- und Kleinunternehmen weiter Stellen ab. Im Gastgewerbe war der Rückgang mit minus 3,4 Prozent am stärksten.

Ausblick bleibt eingetrübt

Für Geschäftsführungen im Mittelstand bedeutet das: schwächere Erlöse treffen auf steigende Personalkosten und sinkende Beschäftigung. Eine Entlastung durch die übliche Sommernachfrage ist bislang ausgeblieben.

Die Datev eG sieht deshalb weiter keine Trendwende. Ob sich die Lage im August verbessert, bleibt nach Angaben des Unternehmens offen.

Quelle: Datev eG, Nürnberg
Bild: KI-generiertes Symbolbild