DATEV sieht im Mittelstand weiter keine Trendwende: Umsätze und Beschäftigung stagnieren, die Löhne steigen weiter. Für KMU bleibt der Kostendruck hoch.

Wie die Datev eG, Nürnberg bekanntgab, liefert der neue DATEV Mittelstandsindex künftig monatlich belastbare Daten zu Umsatz, Beschäftigung sowie Löhnen und Gehältern im deutschen Mittelstand. Die Auswertung basiert auf realen, anonymisierten Buchhaltungs- und Lohnabrechnungsdaten und nicht auf Umfragen.

Umsätze schwach, Personalkosten hoch

Der erste Report für September 2024 zeichnet ein ernüchterndes Bild: Ein Aufschwung ist im Mittelstand derzeit nicht in Sicht. Die Umsätze der KMU lagen im August saison- und kalenderbereinigt bei 92,6 Punkten und damit leicht unter dem Vormonat; im Vorjahresvergleich ergibt sich ein Rückgang von 5,0 Prozent.

Gleichzeitig steigen die Löhne und Gehälter weiter. Im Jahresvergleich legte der entsprechende Index saison- und kalenderbereinigt um 4,1 Prozent zu. Damit bleiben die Personalkosten ein spürbarer Belastungsfaktor – bei gleichzeitig schwacher Umsatzentwicklung.

Besonders hart trifft es das verarbeitende Gewerbe und Kleinstunternehmen

Nach Angaben von Datev trifft die Schwäche fast alle Branchen. Am deutlichsten fiel der Umsatz im Gastgewerbe mit einem Minus von 17,5 Prozent im Jahresvergleich. Der Dienstleistungssektor schnitt mit einem Rückgang von 2,3 Prozent noch am besten ab.

Auch nach Unternehmensgröße zeigen sich klare Unterschiede: Kleinstunternehmen verzeichneten einen Umsatzrückgang von 5,2 Prozent, kleine Unternehmen von 1,7 Prozent. Mittlere Unternehmen kamen dagegen auf ein leichtes Plus von 1,6 Prozent.

Die Beschäftigung stagniert ebenfalls. Der Beschäftigungsindex sank im August leicht auf 101,87 Punkte. Ein kräftiger Aufbau ist damit vorerst nicht erkennbar.

Der neue Mittelstandsindex dürfte für viele Entscheider vor allem eine klare Botschaft liefern: Die Kombination aus schwacher Nachfrage und steigenden Lohnkosten lässt kaum Spielraum. Wer im Mittelstand plant, muss derzeit eher mit anhaltendem Druck auf Margen und Personalbudget rechnen als mit einer schnellen Konjunkturerholung.

Quelle: Datev eG, Nürnberg
Bild: KI-generiertes Symbolbild