KMU-Löhne stiegen seit 2022 um 20 Prozent, Geschäftsführergehälter nur um 12 Prozent. Für Mittelständler verschiebt das die Kostenbasis spürbar.

Wie die Datev eG, Nürnberg bekannt gab, haben sich die Bruttostundenlöhne im Mittelstand seit 2022 deutlich erhöht. Dem aktuellen DATEV Spotlight Löhne und Gehälter zufolge legten sie inklusive Sonderzahlungen um rund 20 Prozent zu.

Auffällig ist der Abstand bei den Geschäftsführergehältern: Sie stiegen zwar ebenfalls, aber langsamer als die übrigen Löhne. Ohne Privatentnahmen oder Sachleistungen liegt das Plus seit 2022 bei rund 12 Prozent.

Untere Lohngruppen holen besonders stark auf

Am deutlichsten fiel der Anstieg in den unteren 20 Prozent der Einkommen aus. Dort kletterten die Bruttostundenlöhne seit 2022 um mehr als 25 Prozent.

Als Haupttreiber nennt Datev die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns zwischen Januar 2022 und Januar 2025 um rund 31 Prozent. Bis Januar 2027 soll er schrittweise auf 14,60 Euro steigen.

Signal für die Kostenentwicklung im Mittelstand

Die Daten zeigen, dass der Mittelstand bei den Arbeitseinkommen weiter unter Aufwärtsdruck steht. Vor allem in den niedrigeren Vergütungsgruppen entstehen damit zusätzliche Belastungen, die sich in der Personalplanung und Kalkulation niederschlagen dürften.

Die Datev eG verweist darauf, dass KMU mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen beschäftigen und damit auch ein guter Indikator für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sind. Grundlage des Spotlights sind anonymisierte Lohn- und Gehaltsabrechnungen aus dem DATEV Mittelstandsindex.

Unterm Strich wächst die Lohnsumme im Mittelstand weiter kräftig, während Geschäftsführergehälter hinterherlaufen. Für Unternehmen bleibt damit vor allem die Frage, wie sich steigende Personalkosten in einem ohnehin angespannten Umfeld abfedern lassen.

Quelle: Datev eG, Nürnberg
Bild: KI-generiertes Symbolbild