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KMU in der Logistik verlieren Umsatz und Jobs, während Großanbieter wachsen. Für Mittelständler steigen Kosten und Insolvenzdruck weiter.
Wie die Datev eG, Nürnberg bekannt gab, gerät die Branche Verkehr und Lagerei für kleine und mittlere Unternehmen zunehmend unter Druck: Seit mehr als einem Jahr stagnieren oder sinken Umsätze, zugleich gehen die Beschäftigtenzahlen zurück.
Große Anbieter ziehen davon
Die aktuelle Auswertung „DATEV Spotlight 2/2026: Verkehr und Lagerei“ zeigt eine klare Spaltung innerhalb der Branche. Während sich der Sektor insgesamt stabilisiert und teils wächst, profitieren vor allem die Großunternehmen von der Entwicklung.
Bei Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen dagegen verschlechterte sich die Lage seit 2023 schrittweise. Seit Juni 2025 liegen ihre Umsätze sogar unter dem Vorjahresniveau; bei der Beschäftigung setzt sich der Rückgang bereits seit Anfang 2023 fort.
Kosten, Insolvenzen und Unsicherheit verschärfen den Druck
Zu dem schwächeren Geschäft kommen steigende Lohnkosten. Der Lohnindex für mittelständische Betriebe in der Branche erreichte im März 2026 saisonbereinigt 121,8 Punkte und lag damit gut ein Fünftel über dem Referenzjahr 2022.
Auch die Insolvenzzahlen sprechen nach Angaben der Datev eG für eine angespannte Lage: Nach dem Tiefpunkt in der Pandemie stieg die Zahl der monatlichen Insolvenzen in Verkehr und Lagerei bis Juni 2025 auf 138. Zusätzlich belasten höhere Energiepreise, volatile Rohöl- und Erdgaspreise sowie Verzögerungen im See- und Luftverkehr die Betriebe.
Die Datev eG verweist zudem darauf, dass die geplante Mindestlohnerhöhung zum Januar 2027 die durchschnittlichen Lohnkosten im Sektor um rund 2,5 Prozent steigen lassen dürfte. Auch geopolitische Risiken, etwa im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt, könnten Lieferketten und Preise weiter unter Druck setzen.
Für mittelständische Logistikunternehmen bleibt die Lage damit angespannt: Während die Branche als Ganzes wieder Fahrt aufnimmt, kommen die positiven Effekte bei vielen kleineren Anbietern bislang nicht an. Der Druck auf Margen, Beschäftigung und Investitionsspielräume dürfte vorerst hoch bleiben.
Quelle: Datev eG, Nürnberg
Bild: KI-generiertes Symbolbild