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Tegernsee (ots)
CRIF-Studie: 79 Prozent sorgen sich um Geld; Firmen sollten auf vorsichtige Kunden und Kaufzurückhaltung einstellen.
Hamburg, 09.07.2026 – Wie aus einer Mitteilung des dpa Presseportal (ots) hervorgeht, blickt die große Mehrheit der Verbraucher in Deutschland und Europa mit Sorge auf die eigene finanzielle Zukunft. Für Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen ist das relevant, weil sich die Unsicherheit direkt auf Konsum, Zahlungsbereitschaft und Ausgabenplanung auswirkt. Laut der aktuellen CRIF-Studie „Banking on Banks“ machen sich 79 Prozent der Deutschen Sorgen um ihre Finanzen in den kommenden zwölf Monaten; 51 Prozent wollen ihre Ausgaben senken.
Die Befragung von 5.000 Verbrauchern in Deutschland, Irland, Italien, Polen und Großbritannien zeigt dabei vor allem eines: Die wirtschaftliche Entlastung kommt bei vielen Haushalten noch nicht an. 38 Prozent der Deutschen erwarten weniger Geld am Monatsende, 28 Prozent rechnen mit einem sinkenden Lebensstandard. CRIF bewertet diese Entwicklung in der Studie als Zeichen anhaltender Vorsicht; es handelt sich um die Einschätzung des Informationsdienstleisters, nicht um eine amtliche Lageeinschätzung.
Konsum bleibt unter Druck
Besonders für den Mittelstand ist der Blick auf die Kaufzurückhaltung entscheidend. 65 Prozent derjenigen, die Ausgaben reduzieren wollen, nennen steigende Lebenshaltungskosten als Hauptgrund. 60 Prozent wollen vor allem bei Lebensmitteln und dem täglichen Bedarf sparen, 37 Prozent bei Restaurantbesuchen, Freizeit und Abonnements. Das deutet auf weiter vorsichtige Verbraucher hin, die nicht nur Preise vergleichen, sondern Anschaffungen stärker verschieben.
CRIF verweist zudem darauf, dass viele Haushalte ihre finanzielle Stabilität aktiv stärken wollen. 29 Prozent sparen für konkrete Ziele, 26 Prozent wollen Rücklagen erhöhen, 24 Prozent legen Geld für unvorhergesehene Ausgaben zurück. Für Unternehmen heißt das: Kunden priorisieren Sicherheit vor Konsum. Wer Produkte und Leistungen verkauft, dürfte stärker mit Preissensibilität, längeren Entscheidungswegen und einer höheren Nachfrage nach klarer Kosten-Nutzen-Logik konfrontiert sein.
Geopolitik und Inflation bleiben die größten Risikofaktoren
Als größte Belastung nennt die Studie die Inflation: 52 Prozent sehen steigende Lebenshaltungskosten als Gefahr für ihre finanzielle Zukunft. Daneben belasten geopolitische Krisen die Stimmung deutlich. 40 Prozent fürchten negative Folgen des Kriegs in der Ukraine, ebenfalls 40 Prozent sehen die Konflikte im Nahen Osten als Risiko. Auch mögliche neue Handelsbarrieren zwischen Europa und den USA sowie eine Konjunkturabkühlung in Deutschland und Europa spielen eine Rolle.
Bemerkenswert ist aus Unternehmenssicht vor allem, dass sich diese Unsicherheit inzwischen breit auf das Finanzverhalten auswirkt. 17 Prozent nutzen häufiger „Buy Now, Pay Later“-Angebote, 14 Prozent haben Rechnungen verspätet bezahlt oder Zahlungen aufgeschoben. Sieben Prozent haben Nebenjob oder Arbeitszeit ausgeweitet. Das zeigt: Finanzielle Flexibilität wird für Verbraucher wichtiger, während die Zahlungsdisziplin in Teilen unter Druck gerät.
Das ist auch für Geschäftsmodelle relevant, die auf regelmäßige Zahlungen oder Zusatzkäufe setzen. Wer im Mittelstand mit Endkunden, Finanzierungslösungen oder Ratenmodellen arbeitet, muss die gestiegene Vorsicht in der Planung berücksichtigen. Die Studie selbst stammt von CRIF; die Ergebnisse sind damit vor allem als Momentaufnahme der Verbraucherstimmung und als Hinweis auf veränderte Prioritäten zu lesen.
Für Geschäftsführer lautet die Botschaft damit: Die Konsumzurückhaltung dürfte vorerst anhalten, während Sicherheit, Preisdisziplin und Liquiditätsreserven bei vielen Kunden weiter an Gewicht gewinnen.
Quelle: CRIF-Studie: Vier von fünf Deutschen blicken mit Sorge auf ihre finanzielle Zukunft / Hohe Kosten und geopolitische Krisen als Belastung – Pressemitteilung auf presseportal.de
Bild: KI-generiertes Symbolbild