Mittelstand bleibt im Rückwärtsgang: Umsatz minus 0,9 Prozent, Löhne plus 4,4 Prozent. Für viele Firmen wird die Kostenlast damit weiter zum Belastungstest.

Wie die Datev eG, Nürnberg bekanntgab, ist der Mittelstand schwach ins zweite Quartal gestartet. Der Umsatz lag im April im Vorjahresvergleich nominal 0,9 Prozent niedriger, zugleich stiegen die Löhne um 4,4 Prozent und die Beschäftigung sank um 1,3 Prozent.

Margendruck trifft auf sinkende Beschäftigung

Damit verschärft sich die Lage für viele kleine und mittlere Unternehmen: Weniger Umsatz bei weiter steigenden Personalkosten drückt die Ertragslage. Besonders kleineren Betrieben setzt der Beschäftigungsrückgang zu; dort fiel er mit 1,9 Prozent stärker aus als im Mittel der Unternehmen.

Die Datev eG weist darauf hin, dass die Talsohle noch nicht erreicht ist. Zwar hat sich der Umsatzrückgang in vielen Branchen gegenüber März etwas abgeschwächt, doch von einem belastbaren Aufschwung kann keine Rede sein.

Gastgewerbe bleibt unter Druck

Im Gastgewerbe gingen die Umsätze im April um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück, nach minus 6,0 Prozent im März. Gleichzeitig steigen die Kosten etwa für Lebensmittel und Mieten weiter, während bezahlbares Personal knapp bleibt.

Der Befund zeigt, wie eng die Spielräume derzeit sind: In einem Umfeld schwacher Erlöse und hoher Lohnabschlüsse wird jede Preiserhöhung, jede Vakanz und jeder Kostenschub schneller zum Risiko für die Planung.

Für den Mittelstand bleibt damit vor allem eines entscheidend: Liquidität sichern, Kostenentwicklung eng beobachten und Investitionen sorgfältig priorisieren. Eine schnelle Entspannung ist nach den Datev-Daten vorerst nicht in Sicht.

Quelle: Datev eG, Nürnberg
Bild: KI-generiertes Symbolbild