Umsatz und Beschäftigung im Mittelstand sinken: Laut Datev drohen Firmen nun auch Jobkürzungen.

Wie Datev eG, Nürnberg bekannt gab, verschlechterte sich die Lage kleiner und mittlerer Unternehmen im September 2024 weiter. Der saison- und kalenderbereinigte Umsatzindex fiel auf 90,9 Punkte, im Vorjahresvergleich lag der Umsatz um 7,1 Prozent niedriger.

Arbeitsmarkt zeigt nun die ersten Risse

Besonders brisant für den Mittelstand: Erstmals seit dreieinhalb Jahren ging auch die Beschäftigung zurück. Der Beschäftigungsindex sank im September leicht um 0,1 Punkte, saison- und kalenderbereinigt lag die Beschäftigung damit unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

Parallel dazu bleibt der Lohnindex ein Kostentreiber. Trotz eines leichten Rückgangs gegenüber dem Vormonat stiegen die Löhne im Vergleich zum September 2023 um 4,5 Prozent. Datev sieht darin einen weiteren Belastungsfaktor für Unternehmen, die schon mit schwacher Nachfrage kämpfen.

Schwache Umsätze treffen auf höhere Kosten

Die Kombination aus rückläufigen Umsätzen und weiter steigenden Lohnkosten wirkt sich inzwischen auf den Arbeitsmarkt aus, so Datev. Prof. Dr. Robert Mayr, CEO der Datev eG, sprach von den „zu erwartenden Rissen“ beim Beschäftigungsniveau im Mittelstand.

Der Mittelstandsindex basiert nach Angaben von Datev auf anonymisierten Daten aus Umsatzsteuervoranmeldungen von mehr als einer Million Unternehmen sowie auf Lohnabrechnungen von mehr als acht Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Er soll damit eine konjunkturelle Lage zeigen, die näher an der tatsächlichen Buchungslage liegt als Umfragen.

Für mittelständische Unternehmen ist das Signal klar: Die konjunkturelle Schwäche bleibt nicht mehr auf der Umsatzseite stehen, sondern schlägt auf Personalentscheidungen durch. Eine schnelle Trendwende ist nach den jetzt vorgelegten Daten vorerst nicht in Sicht.

Quelle: Datev eG, Nürnberg
Bild: KI-generiertes Symbolbild